Von 2018 bis 2026 für den VfL Stade an der Seitenlinie: Joan Rallo Fernández. (Foto: Struwe)
Von 2018 bis 2026 für den VfL Stade an der Seitenlinie: Joan Rallo Fernández. (Foto: Struwe)

Joan Rallo Fernández verlässt VfL Stade

Der VfL Stade verabschiedet sich von seinem Basketball-Cheftrainer Joan Rallo Fernández. Der 42-Jährige kehrt aus persönlichen Gründen in seine Heimat Spanien zurück und wird dem VfL in der kommenden Saison nicht zur Verfügung stehen.


Nach insgesamt acht Jahren in der Hansestadt hat Fernández den Stader Basketball sowohl sportlich als auch kulturell maßgeblich mitgestaltet und nachhaltig geprägt. Mit großer Zufriedenheit, Stolz und Dankbarkeit blicken die VfL-Verantwortlichen auf die erfolgreiche Zusammenarbeit über fast ein Jahrzehnt zurück.


Unter Fernández entwickelte sich das Zugpferd der Abteilung, die erste Herrenmannschaft in der 1. Regionalliga Nord (vierte deutsche Liga), kontinuierlich weiter. Neben den Vize-Meisterschaften in den Jahren 2023 und 2025 stehen in der Ära Fernández seit der Einführung der Playoffs vier von fünf möglichen Teilnahmen zu Buche und der VfL Stade hat sich in Basketball-Deutschland zu einem verlässlichen Standort für Talentfindung und -förderung entwickelt.


Die Heimspiele am Samstagabend im Sportcampus Stade sind zu einem festen gesellschaftlichen Ereignis der Region geworden und haben in der Stadt eine spürbare Basketball-Euphorie entfacht, die sich auch in den Zahlen der Gesamtabteilung zeigt. Seit der Ankunft Fernández‘ ist die Sparte von gut 300 auf über 450 Mitglieder angewachsen und konnte zahlreiche hochengagierte Menschen im berühmten „Drumherum“ des Vereins dazugewinnen.


„Joan hat den VfL sportlich wie menschlich enorm bereichert. Mit seiner Leidenschaft, seiner Mentalität und seinem unermüdlichen Einsatz hat er unsere Professionalisierung maßgeblich vorangetrieben und stets eine gesunde Mischung aus sportlicher Ambition und gelebter Menschlichkeit gefunden“, sagt Thomas Bolz, Manager des Regionalliga-Teams. Aus diesen Gründen bedaure man den Schritt sehr, habe aber natürlich vollstes Verständnis und wünsche Fernández für die Zukunft nichts als das Beste: „Die Türen im VfL stehen für Joan jederzeit offen. Er wird hier immer willkommen sein.“


Worte, die Fernández sehr zu schätzen weiß und gleichzeitig zu Protokoll gibt, zuletzt seinen eigenen hohen Ansprüchen nicht mehr gerecht geworden zu sein. „Letzte Saison habe ich nicht so performen können, wie ich es mir gewünscht hätte und wie es ein Job, wie der des Regionalligatrainers, erfordert. Körperlich war ich zwar immer in Stade, gedanklich aber woanders. Das ist nicht noch eine weitere Saison machbar“, erklärt er und fügt hinzu, den Verein und das Team weiterhin mit großem Interesse verfolgen zu wollen. „Ich werde zwar nicht mehr vor Ort sein können, aber mein Herz bleibt in Stade und bei diesem Team. Ich bin sicher, wir werden eine sehr gute Saison spielen und uns wiedersehen.“

 

Unterdessen arbeiten die Verantwortlichen mit Hochdruck daran, zeitnah einen Nachfolger präsentieren zu können. „Wir befinden uns bereits in Gesprächen und sind zuversichtlich, eine adäquate Lösung zu finden“, erklärt Bolz und betont, dass der unter Fernández eingeschlagene Weg dabei konsequent weitergeführt werden solle.

28. Mai 2026 – jfm